XXVII,II.V.V.VIII (28,2558 auf pseudo- römische Art geschrieben)

DTddangh erwachte und machte eine überraschende Entdeckung:
"Ich hab' das alles ja gar nicht geträumt! Das ist alles wirklich passiert!"
Er drehte sich zur Seite und sprach zu der Frau, deren Lebensabschnittsgefährte er war:
"He, Gabria! Das ist alles wirklich passiert!"
"Du hast das alles nur geträumt! Sei still und schlaf weiter!"
Dann schlief Die- Tussi- die- aus- einer- anderen- Dimension- kommt wieder ein, doch ihr Lebensabschnittsgefährte lag noch lange wach und blickte auf die Pyramide mit dem Auge, die über seinem Bett herumlungerte, bis sie schließlich ihre gleichseitige Dreiecksstimme erhob:
"DTddangh! DTddangh! Hörst du mich?"
"Ja, ich höre dich."
"Dann bildest du dir etwas ein, ich spreche nämlich nicht; ich kommuniziere durch Telepathie mit dir."
"Aha."
Etwas Zeit verging.
"DTddangh! DTddangh! Hörst du mich?"
"Nein, ich empfange deine telepathischen Impulse."
"Dann bildest du dir wieder etwas ein, denn diesmal spreche ich auf ganz gewöhnliche Art mit dir."
"Aha."
Etwas Zeit verging.
"DTddangh! DTddangh! Hörst du mich?"
"Nein!"
"Ich weiß aber genau, dass du mich hörst; ich lese nämlich gleichzeitig deine Gedanken."
"Warum fragst du dann so saublöd?"
Langsam ging die Pyramide mit dem Auge DT auf den Geist.
"Ich will dich prüfen."
"Ich bin nicht würdig, und jetzt verschwinde und laß mich schlafen!"
"Das muß wohl ich selbst entscheiden."
Etwas Zeit verging.
"DTddangh! DTddangh! Hörst du mich?"
"Ich bin gar nicht DTddangh, ich bin nur ein Hologramm. Ich bin gar nicht DTddangh, ich bin nur ein Hologramm. Ich bin gar nicht DT, ich bin nur ein Hologramm. Ich bin gar nicht DT, ich bin nur ein Hologramm. Ich bin gar nicht DT, ich bin nur ein Hologramm. Ich bin gar nicht DT, ich bin nur ein Hologramm. Ich bin gar nicht DT, ich bin nur ein Hologramm."
"Das hast du jetzt schon siebenmal gesagt, und trotzdem ist es nicht wahr. Außerdem hab' ich dich etwas gefragt. Hörst du mich, DTddangh?"
"Vielleicht."
"Bravo! Erste Prüfung bestanden!"
"Was soll das heißen, 'erste Prüfung'?? Soll das jetzt so weitergehen?"
"Du mußt verstehen, DTddangh, es sind natürlich mehrere Prüfungen notwendig, damit ich nicht versehentlich einen Unwürdigen erwähle, das wäre nämlich sehr schlecht."
Etwas Zeit verging.
"DTddangh! DTddangh! Was ist die Quadratwurzel aus 28,2558?"
DTddangh versteckte sich unter seinem Kopfkissen.
"DTddangh? Hallo? He, war doch nur ein Scherz, das ist gar nicht die zweite Prüfung!"
"Ich lach mich gleich tot."
"Die zweite Frage lautet: Ißt du gerne Hamster?"
Diese Frage fiel schon eher in DTs Interessenbereich.
"Natürlich, blöde Frage."
"Gut! Dann mußt du nur noch eine Prüfung bestehen: Würdest du gegen deine Moralvorstellungen verstoßen, um in Besitz eines Vorteils zu gelangen?"
"Abgesehen davon, dass ich gar keine Moralvorstellungen habe, käme das auf den Vorteil an."
"Wunderbar! Du bist würdig!"
"Wer bist du überhaupt?"
"Ich bin Gott!"
"Toll. Du bist der vierte: Der Schauspieler, der Hochstapler, der Alternative Gott #5 und jetzt du!"
"Ja, aber ich bin der einzig wahre Gott!"
"Warum?"
"Weil ich dir die Möglichkeit gebe, massenhaft Hamster zu verspeisen!"
"Du bist wirklich der einzig wahre Gott!"
"Gut! Los geht's!"
"Moment! Ich muß mich noch verabschieden, außerdem muß ich morgen noch zur Arbeit gehen!"
"Kein Problem! Du gehst jetzt durch dieses Tachyonenportal, erledigst deinen Auftrag und wenn du zurückkommst ist hier keinerlei Zeit verstrichen."
"Was ist ein Tachyonenportal?"
"Ein Raumzeitdimensionsportal; Tachyonenportal klingt aber seriöser und ist auch noch kürzer."
Nachdem auch dieser letzte Zweifel ausgeräumt war, brach DT auf, um Gottes Auftrag zu erldigen und die Hamvorräte anderer Welten zu verringern.
Dachte er jedenfalls.

Nach dem Verlassen es Tachyonenportals blickte DT sich um. In allen Richtungen (abgesehen von oben und lila, natürlich) war nichts als eine graue Ebene zu erblicken, die sich bis zum Ende der Sichtweite erstreckte und die Kahlheit der Glatze eines Zombies aufwies.
"Weit und breit kein einziger HamHamHamster. He, Gott! Wo sind die versprochenen Hamster?"
Doch auch Gott war nirgends mehr zu sehen, und langsam dämmerte DT, dass nicht alles so verlief, wie es seiner Meinung nach verlaufen sollte (Dieses Gefühl kannte er bereits von der Ziehung der Lottozahlen).
Doch alle Gotteslästerungen halfen nichts, also machte er sich auf den Weg und erkundete die Umgebung.
Nach kurzer oder auch langer Zeit, er wußte es nicht genau, denn die graue Sonne stand stets am selben Platz am Himmel, entdeckte DTddangh einen Eingang zu einem unterirdischen Gebäudekomplex. Er erkannte die wahre Bedeutung dieser Anlage sofort, es war eine automatisierte verlassene megaloporkische Vanillepuddingstrahlraketenabschußbasis (VPSR-AB), und nun konnte er unter Verwendung seines kosmotemporalen Atlasses auch leicht Zeit und Ort bestimmen: Er befand sich zur Endzeit, irgendwo auf einer Erde in irgendeinem Paralleluniversum.
Außerdem las er in diesem Atlas auch etwas von postnuklearen Zuständen, doch nirgendwo sah er einen radioaktiven Briefträger, doch das lag wahrscheinlich an den radioaktiven Hunden, die er allerdings auch noch nicht gefunden hatte.
"Das wäre dann also geklärt", kommentierte er diese Entdeckung, und schlug in 'Grzfrzs Reiselexikon für den interdimensionalen und intertemporalen Touristen', einem Standardwerk für alle professionellen Raum-/Zeiterkunder, unter 'VPS- Raketen' nach:

VPS-Raketen:
1) Kzf. 'Video-Programmier-System-Raketen', d.h., Raketen, die an einen Fernseher angeschlossen und zeitgleich mit dem Beginn einer bestimmten Sendung gezündet werden, --> 'VPS'
2) Kzf. 'Vackel-Pudding-Schleim-Raketen', Schreibfehler b. Bezeichnung v. --> Wackel- Pudding- Schleim- Raketen o.-->Fackel- Pudding- Schleim- Raketen
3) Kzf. 'Vanille-Pudding-Strahl-Raketen', megaloporkischen Raketen, die bei der Detonation -->Vanillepuddingstrahlen emmitieren.

Vanillepuddingstrahlen:
Bösartige Waffen der -->'gorphianischen Megaloporken', die beim Auftreffen auf irgendein Material dieses irreversibel in Vanillepudding verwandeln. In allen Gebieten außerhalb von -->Gorph hochgradig illegal. Verwandete Themen: Karamelpuddingstrahlen, Schokoladenpuddingstrahlen, Zitronenpuddingstrahlen.
Das also wollte Gott: VPS-Rakten abgreifen und damit massig verdienen, oder gar das Quadrupelversum erobern!
"Nicht mit mir, und auch nicht mit den Raketen!", fauchte DTddangh, "denn ich werde Gott V5.00 zuvorkommen! Welt, dein neuer Herrscher heißt 'Der- Typ- der- das- alles- nur- geträumt- hat'!"

Voll Elan betrat er die leeren Gänge der unterirdischen Basis und begann, nach den überaus hinterhältigen Waffen zu suchen.
Dunkel waren sie, die Gänge, und feucht.
Rostige Stahltüren waren in sie eingelassen, und von Zeit zu Zeit vernahm DTddangh das Tropfen von Wasser auf Beton. Moos kroch die Stahlbetonwände empor, und im Hintergrund spielte eine bedrückende Melodie. DTddangh schaltete seine leuchtenden Gummistiefel ein, doch es blieb duster, denn bei Licht hätte der Produzent mehr Geld in die Kulissen investieren müssen. DTddangh glaubte schon fast, in der Wetterballonhasserserie gelandet zu sein, als er feststellte, dass die Endzeitelemente stärker ausgeprägt waren, als bisher angenommen, denn plötzlich sprangen hinter einem Kanalrohr 28,2558 Urwaldkrieger mit Maschinengewehren hervor und lieferten sich mit den megaloporkischen Sicherheitsdroiden ein Feuergefecht, in dessen Verlauf beide Gruppierungen elendiglich verreckten/ explodierten.
"Aha.", meint DT, und öffnete eine Stahltür.
Er blickte in eine Art Labor, denn der Raum war bis zur Decke mit Reagenzgläsern, Rund-, Steh- und Erlenmeyerkolben sowie anderen abstrusen Gefäßen angefüllt, in denen viele grellbunte Flüssigkeiten und Dämpfe lustig blubberten, zischten und kochten. An einigen Stellen hatten diese Gebräue die Röhren verlassen und faszinierende Löcher und Rillen in den Boden gefressen.
DTddangh folgte mit seinen Augen dem Verlauf dieser Produkte, sie kamen aus der Richtung mehrer großer Tanks mit so schönen Aufschriften wie zum Beispiel 'Giftig', 'Giftiger', 'Sehr giftig', 'Hochgiftig', 'Giftig und eklig', 'Ungiftig, aber eklig', 'Giftig und grün', 'Giftig und blau', 'Sehr giftig und rosa', 'Am allergiftigsten', 'Krebserregend', 'Hummererregend', 'Eigentlich ungiftig, aber wir haben aus Versehen etwas von dem hochgiftigen Zeug reingekippt' und führten, nach vielen Misch- und Verarbeitungsprozessen, zu einem großen Apparat, der durch ein Schild als 'Neuartiger und gesunder Essenssynthetisator' ausgewiesen wurde.
"Wie passend!", rief DT, denn er verspürte so ein leichtes Hungergefühl.
Der Essenssynthetisator bestand aus einem riesigen Kasten mit einem Lautsprecher, einem Mikrofon und einer großen Klappe in der Frontseite.
"Guten Tag. Ich bin der absolut neuartige und gesunde Essenssynthetisator. Ich bereite innerhalb von kürzester Zeit jede erdenkliche Art von Speisen zu, schnell und gesund! Womit kann ich Ihnen behilflich sein?"
"Ist das wirklich gesund?"
"Aber natürlich, es steht doch auf dem Schild da. Warum sollte jemand ein falsch beschriftetes Schild anbringen?"
"Vielleicht hat dieser jemand sich auch geirrt?"
"Bestimmt nicht. Wie dem auch sei, bisher hat sich noch keiner meiner Kunden über mein Essen beschwert."
"Hat es bisher überhaupt einer deiner Kunden geschafft, zweimal deine Erzeugnisse zu kosten?"
"Es ist sehr sättigend."
"Heißt das nein?"
"Na ja, sie hatten in der Zwischenzeit einfach keinen Hunger mehr, sonst wären sie ja zurückgekommen. Vielleicht haben sie auch einfach zu viele Vanillepuddingstrahlen abbekommen."
"Dann muß hier also irgendwo massig Vapu rumliegen?"
"Schimmliger Vapu wohl eher. Das ganze ist ungefähr 28,2558 Dekaden her, als der
lauwarme Krieg massivstens toben tat,
die Welt in Angst versetzte,
den Rüstungsetat erhöhte,
das Leben aller bedrohte.
Doch eines Tages floh der Schrecken,
das Böse war verdrängt,
der Himmel blau."
"Was war denn das?"
"Ein
modernes
oder auch
seltsames
Gedicht;
es reimt sich
fast."
"Klingt scheußlich, so wie du das machst."
"Ich bin
eine künstliche
Intelligenz,
deshalb
muß ich mich
künstlerisch
betätigen."

Der Synthetisator machte nun am Ende jeder Zeile eine dramatische Pause, um die dramaturgische Wirkung des dramatischen Dramas für den Drummer zu dramatisieren; kurz, um sich zu produzieren.
"Deine Textverarbeitung ist wohl nicht mehr ganz in Ordnung."
"Schein,
nicht sein.
Nicht alles ist
so,
wie es scheint."
"Wenn du eine KI bist, dann kennst du dich sicher hier aus?"
"Das ist
nur
ein Terminal,
ein Knecht,
meiner Haupt-
und Co-
prozessoren.
Untergeordneter
Priori-
tät.
Von geringer
Bedeutung
für das Uni-
versum.
Doch das
übergeordnete
Ganze
weiß
das
was du begehrst."
"Schön. Wo also finde ich das VPS-Raketenlager in diesem Ganglabyrinth?"
"Mit dieser gerade ausgedruckten Karte."
"Danke! Ist die dichterische Phase überwunden?"
Wahrlich, der Synthetisator hatte seine dichterische Phase überwunden, allerdings nur, um seiner surrealistische Phase mehr Zeit widmen zu können, wie DTddangh nach einem kurzen Blick auf die Karte erkannte.
"Eine interessante Karte, das stimmt. Wo befinden wir uns gerade?"
"Links oben, rechts unten, in der Mitte ein Stück nach Norden versetzt. Das ist ein Stereogramm, ein 3D-Bild. Halte die Karte direkt an deine Nase, fixiere einen Punkt darauf und werfe sie in die nächste Ecke."
"Die 3D-Welle ist längst in irgendeiner Ecke versickert! Deine Karte ist kein bißchen zeitgemäß!"
"Auch moderne Künstler müssen nicht immer mit der Zeit gehen. Aber ich beweise wahre Größe und gebe dir eine andere Version."
Der Synthestisator summte ein wenig, und nach einiger Zeit öffnete sich die Frontseitenklappe.
DTddangh betrachtete die neue Karte.
"Was ist das für eine Art von Kunst?"
"Das ist eine Schlammskulptur. Diese Skulpturen bestehen nur für wenige Sekunden, dann sacken sie in sich zusammen... Vielleicht doch nicht ganz das richtige. Wie wär's damit?"
"Das ist ein Kartoffelsack."
"Fängt aber auch mit 'Kart' an. Denk dir den Offelsack weg und geb ein 'e' dazu, den hast du die Karte. Sei kreativ!"
"Langsam wirst du aber verzweifelt. Dir gehen die Ideen aus?"
"Sei du mal ungefähr 282,558 Jahre in einer öden Raketenbasis angeschlossen, dann gehen dir auch die Ideen aus."
"Du hättest dich ja wissenschaftlich betätigen können."
"Die Eingeborenen hatten nur eine begrenzte Haltbarkeit, nach wenigen Versuchen schon konnte ich nicht mehr an ihnen experimentieren, der Bestand war einfach viel zu schnell aufgebraucht. Und weil ich immer so allein bin, habe ich, voller Güte, beschlossen, dass nicht dem Ritter der Heiligen Nagelschere, nicht dem Wütenden Wilderer, nicht dem King, nein, dir selbst die Ehre verliehen wird, mir bis an dein Lebensende Gesellschaft zu leisten! Gratulation!"
"Tut mir leid, ich bin schon fest liiert! Ich geh dann mal lieber wieder."
"Dann sei dein Lebensende nun gekommen!"
Der wahnsinnige Computer synthetisierte schnell eine Megaknallkanone und richtete sie auf DT; doch jener wußte sich zu helfen:
"Großer Wühlwirbelfisch aus dem Æther! Komme deinem treuen Diener zu Hilfe!"
"Damit lenkst du mich nicht ab, Elender. Es gibt gar keinen Æther, demzufolge gibt es auch keinen großen Wühlwirbelfisch von dort."
Passenderweise erschien in eben jenem Moment der große Wühlwirbelfisch direkt aus dem Æther heraus und begann zu wühlen und zu wirbeln.
Als sich der Staub verzogen, war kein Wühlwirbelfisch mehr zu sehen, denn jener hatte seine Lebenskraftbatterien vollständig geleert und sich daher in viele mikroskopisch kleine Waldfarne verwandelt. DTddangh kletterte über eine umgestürzte Stahlstrebe, umrundete einen kleinen See giftiger, sehr giftiger und hochgiftiger Flüssigkeiten und beugte sich zum stark lädierten Lautsprecher des nahezu zerstörten Terminals hinab.
"Sag mir...wie hast...du DAS...geschafft..."
"Was geschafft?"
"Den...Fisch! Es gibt...keinen...Ä...AE...Æ..."
"Den Wühlwirbelfisch meinst du? Nun, ganz einfach, ich habe hier dieses magische Wattestäbchen; alles, was ich damit schreibe, wird wahr, vorrausgesetzt, ich schreibe 'Ein großer Wühlwirbelfisch kommt aus dem Æther und rettet mich aus meiner Not'."
"Ach so... Du hast...betrogen..."
"Wo finde ich die VPS-Raketen?"
"Sie...sie...sie..sind..."
Natürlich beendete der Computer genau in diesem Moment seine Existenz in dieser Welt.
"Verdammt! Ausgerechnet genau jetzt muß dieser Computer seine Existenz in dieser Welt beenden!"
"Ha! Genau im richtigen Moment habe ich die Existenz dieses Compu ters in dieser Welt beendet!"
"Mußt du alles zum dritten...oh."
Nach seiner durch ihn selbst erfolgten Umdrehung blickte DT genau in den Projektionsfokus einer Vanillepuddinglightstrahlenkanone. Dahinter erkannte er seine Böse Ich (seine dunkle Hälfte/ böse Zwillingsschwester (Amerkung DES Autors: Liebe Damen, bitte versteht mich nicht falsch, DTddanghs Böses Ich ist nicht etwa aus irgendwelchen sexistischen Gründen weiblich, ich will nur einen stärkeren Kontrast schaffen. In diesem Buch gibt es auch gute Frauen und böse Männer. Danke.)).
"Ich werde dich jetzt gleich in einen Haufen kalorienarmen Vanillepuddings transformieren."
"Kannst du mir vorher eine letzte Frage beantworten?"
"Sicher."
"Warum geben die Bösen den Guten immer genug Zeit, um die Waffe zu ziehen und sie über den Haufen zu schießen?"
"Tun sie das denn?"
"Ja.", antwortete DT, zog seinen Portablen- Kraftfeldgenerator™ und knallte seiner Bösen Er ein Prallfeld direkt in den Bauch, so dass sie über einen Haufen Betonstückchen flog und mit einem widerlichen Schmatzgeräusch gegen die Wand platschte.
Dann rannte er mit Höchstgeschwindigkeit aus der verwüsteten Kantine heraus und entkam so im letzten Moment der tödlichen Vanillisierungsexplosion, die sämtliche Spuren des zurückliegenden Kampfes in kalorienarmen und geschmacksreichen V-Pudding verwandelte.
DTddanghs Flucht durch die Stahlbetongänge endete an einer neonblauen Hochsicherheitsstrahlenstopptür mit einem auffälligen neonrosa auf neongrün Schild, das den dahinterliegenden Raum als das gesuchte Lager der VPS-Raketen auswies. Ein HighTech-Codeschloß, 28,2558 Titanium-Vorhängeschlösser, unendlich viele Riegel und ein Fallgatter sicherten den Durchgang zu dieser Stätte der absoluten und endgültigen Zerstörung. Niemand, der nicht alle Schlüssel, den Code und den Einzig- Wahren- Gatterheber(™) besaß, hätte auch nur die kleinste Chance gehabt, unbefugt durch die Türe einzudringen.
Doch glücklicherweise entdeckte DTddangh den absolut ungesicherten Nebeneingang, den der megaloporkische Basiskommandat hatte anlegen lassen, falls er seine Schlüssel, Codenummern oder Gatterheber verlieren und/oder vergessen sollte.
Doch da erschienen die ultimativen Spielverderber, die schrecklichen Physiker.
"Oh nein!", stöhnte DTddangh auf, "Nicht schon wieder ihr! Geht weg und kapiert endlich die Sache mit den -10 Kelvin, bevor ihr mich noch zu Tode nervt! Was wollt ihr denn jetzt schon wieder?"
"He ihr Leute, in der Welt,
wir Physis haben festgestellt,
dass dieser Autor wieder trügt,
und euch massenhaft belügt!"
Dies, die Erkennungsmelodie der Fernsehserie "Newton, übernehmen sie", ließ nichts Gutes erwarten, und sehet, liebe Leser, der Anführer der gelehrten Horde trat vor:
1. Fehler: Es gibt keine Tachyonenportale, genausowenig wie Photonen- oder Elektronenportale.
2. Fehler: Es gibt keine Vanillisierungsstrahlen, das ganze Konzept ist Blödsinn, nicht einmal pseudowissenschaftlicher.
3. Fehler: Oben beschriebene Synthetisatoren könnten nie funktionieren.
Das geht einfach nicht. Eigentlich."
"Kauft Kakerlakenburger! Leckere Kakerlakenburger!", brüllte der Snackseller, ein dimensionsreisender Imbißverkäufer; was er allerdings hier zu suchen hat, das weiß nur die große Ogmupf hoch droben, und selbst die weiß das nicht so genau.
"Ihr seht doch, dass das geht, sonst wäre ich wohl nicht hier. Aber ich bin hier, also..."
"Das läßt sich ganz leicht ändern.", meinte einer der Physiker, zog seinen Desintegrator und legt ihn auf DTddangh an.
"Ich werde diesen Meßfehler einfach eliminieren."
"Entschuldigen Sie, Herr Kollege.", unterbrach ein anderer Physiker, "Aber könnten Sie mir vielleicht das Funktionsprinzip dieser Waffe erklären?"
"Äh, durch ganz viel Energie werden die Bindungen zwischen den einzelnen Molekülen auseinandergerissen, so dass das Ziel zerfällt. Ganz einfach, wenn man weiß, wie man's bauen muß."
"DAS GEHT ABER GAR NICHT!", schrien die übrigen Physiker im Chor. "LYNCHT IHN!!!!" (geht angeblich doch, doch dieser Physiker war einfach rauflustig)
"Kakerlaken am Spieß! Kakerlakenburger! Kakerlakenkuchen! Kakerlakenkebab! Kakerlakenlaken! Kakerlakenhaken! Kakerlakenluken! Leckere Kakerlaken! Kauft Kakerlaken!"
"Haltet ein, lynchmobbende Physiker", sprach Gott (der vierte).
"Ihr seid alle auserwählt!"
"Wer ist das denn?"
"Ich bin der allmächtige Gott."
"Den gibt's doch auch nicht! Lyncht ihn ebenfalls!"
So also ergriffen die Physiker DTddangh, den abtrünnigen Physiker und Gott (das Auge in der Pyramide) und schleppten sie zu den Scheiterhaufen. Dann entbrannte ein Streit über Temperatur, Auftreffwinkel und Entfernung der Flamme zum Scheiterhaufen.
Währenddessen beratschlagten die Gefangenen, jeweils auf einem Pfahl an festgebunden, über ihr weiteres Vorgehen:
"Wir werden alle sterben!", schrie DTddangh verzweifelt.
"Mach dir keine Sorgen.", beruhigte ihn Gott, "Ich bin unsterblich; mir kann nichts passieren."
"Sehr tröstlich. Aber bist du nicht auch allmächtig?"
"Sicher. Aber retten kann ich euch nicht."
"Wieso?"
"Nun, mein Handeln ist an den Plan des Schicksals, gegen den nicht einmal ich verstoßen darf, gebunden. Auf meine Hilfe könnt ihr also nicht zählen."
Für den abtrünnigen Physiker kam sowieso jede Hilfe zu spät, er hatte seine Fesseln desintegrieren wollen und sich dabei versehentlich selbst getroffen.
"Dann schick mir wenigstens einen Erzengel!"
"Erzengel? Die, die Metalle enthalten, die man beim Einschmelzen gewinnen kann?"
"Nein, nicht die!"
"Dann die, die dauernd pochen und aus denen so komisches rotes Zeug rausfließt?"
"Das sind Herzengel!"
"Oder die braunen, schmutzigen, krümeligen?"
"Das wären Erdengel!!"
"Oder die wuscheligen?"
"Keine Nerzengel!"
"Vielleicht aber die Engel, die von verstorbenen Verwandten Geld und andere Besitztümer kassieren?"
"ARGH! ERZENGEL, NICHT ERBENGEL!"
Die Physiker unterbrachen kurz ihren Disput und schauten zu DT und Gott hinüber.
"Köntet ihr zwei vielleicht ein kleines bißchen weniger laut sein, wir führen hier eine wissenschaftliche Diskussion! Außerdem sind diese 'Witze' wirklich schlecht."
"Könntest du sie vielleicht mit den Erzengelwitzen umbringen? Oder gar mit ein paar Erzengeln?"
"Ach, Erzengel! Die sind doch schon längst nicht mehr modern! Wer gibt sich denn heutzutage noch mit Erzengeln ab, wenn man automatische Engloiden haben kann, die nicht mal Flammenschwerter brauchen?"
"Du vielleicht?"
"Niemals!"
"Und wie wär's dann mit ein, zwei Engloiden?"
"Diese überteuerten Dinger? Ich bin doch nicht Mammon!"
"Also von vorne: Du kannst mich nicht befreien, weil du an den Plan des Schicksals gebunden bist?"
"Genau."
"Erzengel sind out, deshalb hast du auch keine mehr?"
"Korrekt."
"Die ultramodernen Engloiden sind dir zu teuer?"
"Richtig."
"Das heißt, sobald diese verrückten Physiker beschlossen haben, wie sie mich verbrennen wollen, werde ich hilflos zusehen müssen, wie sie ihren Beschluß in die Tat ausführen?"
"Scheint so. Aber wahrscheinlich wirst du bis dahin längst verhungert und verdurstet sein, nach allem, was hier gerade abgeht."
"Schön. Und du kannst mir wirklich überhaupt nicht helfen?"
"Doch."
Und Gott half:

Aus dem Nichts (dem kleinen Bruder des Nichts aus dem Prolog) erschien Herrmann, der Herr der Holzfäller mit einem Bolzen und holte sich sein Holz zurück, da die Physiker ihm noch den Gegenwert in Schleifmaschinen schuldeten. Doch diese ersetzten jenes durch synthetischen Trockenbrennstoff und retteten dadurch die Verbrennung DTddanghs (und Gottes, der jedoch keinerlei Angst davor hatte.)

Doch ist das Schicksal in Romanen niemals so hart zu seinen Hauptdarstellern, und so tobte plötzlich ein rosa und giftgasgrüner Wirbelwind durch die fiesen Physiker, die solchen keineswegs erwartet hatten und ihn entsprechend kommentierten:
"Oh nein! Es hat meine Füße abgehackt! Ick bin nur noch ein Iker!"
"Oh nein! Es hat seinen erbärmlichen Versuch eines Witzes gehört, jetzt ist er nicht einmal mehr ein Iker!"
"Oh nein! Das ist Mähdrescherman, der absolute Vernichter!"
"Oh nein, das ist er nicht!"
"Oh doch, das ist er!"
"Oh nein, das ist Sensenman, nicht Mähdrescherman!"
"Oh Possum! Das ist keine Känguruhsalami auf meinem Brot!"
"Oh Ber! Da ist eine Fliege auf meiner Suppe!"
"Immer noch oh nein, das ist nämlich immer noch nicht Mähdrescherman!"
"Oh würg! Das ist ein scheußliches Outfit!"
"Zittert, Elende! Der Ritter der Heyligen Nagelschere bin ich, nicht irgendeyn Man, und ich bin wirklich, wirklich wütend!"
"Moment mal!", brüllte der Anführer der Ästheten. "Rosa und giftgasgrün ist einfach scheußlich!"
"Moment mal!", brüllte der Ritter der Heiligen Nagelschere.
"Der Anführer der Ästheten ist eynfach tot!"
Dann hielt er inne und kratzte sich nachdenklich am Kopf.
"Was ist überhaupt eyn Ästhet?"
"SCHLUSS!", flüsterte der Elektrohamster. (Die Großbuchstaben mögen für ein Flüstern zwar ungeeignet erscheinen, allerdings sollten Kritiker in Betracht ziehen, dass 28,2558 Meter hohe Hamster mit eingebauten Megaphonstimmbändern nicht besonders leise flüstern können.)
"ICH WILL MEINE RUHE! UND VIELLEICHT EIN PAAR JUNGFRÄULICHE MAISFELDER ALS OPFER. WO IST HIER EIGENTLICH DER NÄCHSTE LANDWIRTSCHAFTLICHE NUTZBETRIEB, ICH HABE SCHON LANGE NIEMANDEN MEHR TERRORISIERT... WER HAT HIER IRGENDWELCHE BAUERN GESEHEN?"
Mit wütend blitzenden Augen beugte sich DTddangh zu Gott hinüber
"Was war das mit den massenhaften Hamstern zum Verspeisen?"
"Könntest du bitte damit aufhören, diese Blitze blenden unheimlich. Du mußt dich verhört haben, ich sagte etwas in der Richtung von 'in Massenhaft', also dem Gegenteil von Einzelhaft, 'von Hamstern verspeist werden'; und du warst sofort einverstanden. Jetzt ist es wohl etwas zu spät für Beschwerden, aber so ist das ja immer: Ich sage 'Schlagt euere Nachbarn nicht tot, nur weil ihr auf seine Frau scharf seid oder seine Weltraumyacht wollt', und ihr entfesselt gleich einen Krieg. Dann kommt ihr angerannt und jammert mich voll 'Gott, Gott, bitte, bitte, gib uns doch den Weltfrieden, und bitte auch noch die Lottozahlen von nächstem Samstag.' Das kotzt mich langsam an."
"Was haben Kriege mit der Raumyacht oder der Frau meines Nachbarn zu tun?"
"Vielleycht ist das ja ein Gleychnis für den Umgang mit Nachbarstaaten?! Die Raumyacht steht für Gold, die Frau für Erdölquellen!" (Durch die Indizierung war der alte Fluch des Ritters wieder ausgebrochen.)
"Warum sollen Frauen mit Erdöl gleichgesetzt werden? Soll das etwa bedeuten, alle Frauen seien klebrig und pampig?"
Die letzte Äußerung des Ritters der Nagelschere verursachte bei der Wertigerin aus dem Werbefernsehen nicht gerade einen Freudenausbruch.
"Was ist aber, wenn man den Nachbarn erschießt oder wenn man sowohl die Frau als auch die Raumyacht haben will?", warf ein überlebender Physiker ein.
"Was heißt hier eine Frau haben/ besitzen? Eine Frau ist doch kein Gegenstand!!"
"Leckere Kakerlaken! Echt gut, wirklich! Ganz billig!"
"HALLO! ICH BIN AUCH NOCH DA! BEACHTET MICH! ICH BEDROHE EUCH GERADE! HABT ANGST VOR MIR, DENN ICH BIN DER SCHRECKLICHE ELEKTROHAMSTER! BUUUH! GRAAARRH!"
Doch der Hamster errege keinerlei Aufmerksamkeit bei den Diskutierenden, denn die Wertigerin aus dem Werbefernsehen verdeutlichte den weniger entgegenkommenden (und den zu sehr entgegenkommenden) Kommunikaionspartnern ihren Standpunkt sehr einprägsam (einkratzsam träfe auch gut zu).

All das hatte nun keine Bedeutung mehr, denn die glorreiche Revolution aller Romane beendete das vorhergehende Durcheinander von Blasphmemie, schlechten Kalauern, mißlungenen Parodien und Minderheiten verachtenden Witzen, um einen frischen und neuen Verlauf in dieses Buch zu bringen. Demonstrativ wurde der Texas-Satz erschosen, die Zahl 28,2558 wurde öffentlich geköpft.
Alle 2558 Revolutionäre jubelten ob dieses Spektakel.
Aus.
Vorbei.
Die Revolution hat gesiegt.
ES LEBE DIE REVOLUTION! (nicht die, die andere (2558fach!))


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Dominik D. Freydenbergers "Die Hundert Hühner Hammurabis"